Im Juni 2016, beim zweiten Netzwerkgespräch im Rahmen der „Kommunalen Flüchtlingsdialoge“, haben wir gemeinsam mit anderen Vertreterinnen aus Zivilgesellschaft und Institutionen überlegt, wie durch Partizipation und Dialog der Zusammenhalt in Friedrichshafen gestärkt werden kann. Das Ergebnis: im darauffolgenden September war unser Frühstücksbus zum ersten Mal sieben Tage lang an verschiedenen Stationen in Friedrichshafen unterwegs.

Jetzt haben das Land Baden-Württemberg, die Bertelsmann-Stiftung und die Universität Hohenheim einen Evaluationsbericht veröffentlicht, in dem die Ergebnisse der „Kommunalen Flüchtlingsdialoge“ vorgestellt werden. An dem Projekt haben 54 Kommunen teilgenommen, die insgesamt 3.400 Menschen miteinander ins Gespräch gebracht haben.

Neben etablierten Formaten wie dem World Café oder dem Bürgerforum wurde unser Frühstücksbus als neues, innovatives Format besonders hervorgehoben (S. 8). Mit dem Bus konnten wir eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Personen erreichen: insgesamt 700 Menschen sind über Kaffee und Kuchen mit uns und untereinander ins Gespräch gekommen (S. 22). Dabei haben wir nicht nur über Integration gesprochen, sondern sind auf alle Themen eingegangen, die die Besucherinnen „mitgebracht“ haben.
Für den Erfolg der Dialoge war laut des Evaluationsberichts vor allem eine professionelle Moderation ausschlaggebend (S. 7). Dies deckt sich mit unseren Erfahrungen aus den Gesprächen am Frühstücksbus. Daher bieten wir vor jedem Bus einen verpflichtenden Kommunikationsworkshop für die Teilnehmenden an.

Unser Ansatz und der besondere Erfolg des Frühstücksbusses wird im Evaluationsbericht treffend beschrieben: Der Frühstücksbus hat „gezielt Stadtteile aufgesucht, in denen ein größerer Anteil an Skeptikern zu erwarten war. Diese haben dann auch am Frühstücksbus ihre Meinungen kundgetan. Die Hauptfunktion des Frühstücksbusses war es, diese Menschen zu Wort kommen zu lassen, ihnen zuzuhören und ihre Gedanken aufzunehmen. Dies ist durchweg gelungen“ (S. 34). Die Evaluation der verschiedenen Projekte zeigt, dass besonders mit innovativen und mobilen Dialogformate wie dem Frühstücksbus viele Menschen erreicht und in den Dialog eingebunden werden (S. 42).

Den ausführlichen Evaluationsbericht können Sie hier einsehen